30°C Außentemperatur, die Bude fühlt sich mindestens doppelt so heiß an und die GTX285 wird so heiß, dass an ruhiges, unbedachtes Zocken gar nicht gedacht werden kann. Wer sich schon traut, bei solchen Außentemperaturen noch zuhause zu sitzen und erst recht vor dem PC zu zocken, der kann sich dann auch Gedanken zur Kühlung seiner Grafikkarte machen. Im Falle einer GTX285 können das unter Last immerhin 183Watt sein, mit unserer Testkarte von EVGA sogar weit über 200W. Um diese enorme Verlustleistung auf der GPU abzukühlen benötigt es einer guten Kühlung. Wir haben uns daher das Arctic Cooling Accelero Xtreme GTX280 im SLi-Modus an die Brust genommen und berichten, wie sie sich auf den derzeit stärksten Grafikkarten getan hat.
AusstattungDer Grafikkartenkühler kommt mit allen brauchbaren Teilen zur Kühlung und dem Anbau der Karte daher. Allerdings muss hier schon kritisiert werden, dass der Kühler zu Zeiten der alten Grafikkartenserie, also der GTX280 erschienen ist und deshalb nicht zu den Formaten der GTX285 passt. Die wichtigsten Veränderungen waren die Verlegung der Speicherbausteine von beiden auf nur eine Seite. Daher passen auch die Backplate und die vorgefrästen Löcher zur Verschraubung nicht auf das Layout der GTX285. Auf Anfrage wurde uns mitgeteilt, die zusätzlichen Bauteile, also alle Teile ausgenommen des eigentlichen Kühlers, nach belieben zu montieren, da die Bauteile auch ohne die Alu-Fins auskommen würden. Dies wollten wir allerdings bei unserer EVGA GTX285 FTW mit einer Speichertaktrate von 2780MHz nicht riskieren und haben diese bestmöglich mit den mitgelieferten Pads befestigt - und auch nach mehreren Wochen halten alle Kühler ohne Probleme.
Die Maße sind nach dem Auspacken bereits vielversprechend. Mit 104 x 54 x 287 mm (BxHxT) ist der Kühler, wie auf den Bildern sichtbar, um einiges größer, breiter und vor allem höher, denn die 54cm sind im Klartext die Belegung von ganzen drei PCI-Slots. Fünf Heatpipes leiten die heiße Wärmeentwicklung der GPU auf die zahlreichen Fins an den Seiten ab. In der Mitte befindet sich ein massiver Aluminiumkörper, welche direkt mit dem Grundkörper des Kühlers verbunden ist. Gekühlt wird das ganze Gestänge mit ganzen drei 92mm-PWM-Lüftern, deren automatische Steuerung optional durch Abklemmen einer Leitung deaktiviert werden kann. Dies ist aber unnötig, da mit dem EVGA Precision Tool die Geschwindigkeit manuell eingestellt werden kann. In der Bedienungsanleitung von Arctic Cooling wird für die GTX285 auch nur die Kühlung des NVIO-Chips vorgesehen. Die Anbringung der Speicherkühler sind optional, falls sie allerdings nicht angebracht werden, soll unter Last eine Mindestdrehzahl von 80% eingestellt werden, um die nVidia-typischen Temperaturen nicht zu überschreiten.
Die Lüfter drehen bei 1000-2000RPM äußert geräuscharm, was aber später genauer analysiert wird. Der maximale Luftdurchsatz von 81CFM bzw. 138m³/h kann sich durchaus sehen lassen. Mit 680 Gramm fällt der Kühler auf jeden Fall etwas schwerer als der Originalkühler aus, benötigt aber dennoch keine zusätzliche Halterung für das Mehrgewicht. Um die Wärmeübertragung kümmert sich die Wärmeleitpaste MX-2 zwischen Kupferkörper und GPU. Diese ist bereits aufgetragen, weshalb etwas Vorsicht beim Auspacken des Kühlers geboten ist, um die Paste nicht direkt abzuschaben. Amüsant fanden wir auch, wieviel von der originalen Wärmeleitpaste auf unseren Grafikkarten aufzufinden war. Man könnte dabei schon von einer Teppichschicht sprechen, was an den Seiten ausgelaufen und wieder aufgeschabt auf dem Bild zu sehen ist.
AussehenEs gibt sicherlich einige Kühlkörper, die besser aussehen als die Standardkühler der aktuellen GTX-Reihe von nVidia. Egal ob GTX260, 275, 280 oder 285, überall wird der grundlegend selbe Kühler eingesetzt, welcher seinen Dienst eigentlich soweit ganz gut verrichtet. Allerdings könnten natürlich, wie bei allem was OEM ist, hier und da Verbesserungen vorgenommen werden. Das hat Arctic Cooling gemacht und aus der einzigen Werbelandschaft für den Grafikkartenhersteller eine einzige Kühllandschaft konzipiert. Dabei werden die Lüfter aufnahmen in schwarz und die Lüfter selbst in weiß hergestellt. Dies wirkt vor allem bei unserem Modell mit schwarzem PCB überaus passend zum kompletten Design. Der wuchtig anmutende Gesamtauftritt tut sein übriges für jeden Modding-PC.
InstallationBevor ein Grafikkartenkühler montiert werden kann, bedarf es erst einmal einer Demontage des Originalkühlers mit allen Wärmeleitpads. Danach sollten die Oberflächen der GPU und der Bausteine gut bereinigt und vollkommen von den originalen Pads befreit werden, was im Falle von Arctic Cooling in Form von einem Radiergummi empfohlen wird. Danach kann man sich an die Montage der Speicherkühler machen, welche selbstklebend angebracht werden können. Dazu kommt noch der NVIO-Chipkühler, der über ebenfalls über die Speicher gelegt wird, wodurch die Kühlung fast aller Bauteile selbst auf der GTX285 gewährleistet wird. Zum Schluss kann die Installation des Kühlkörpers selbst kommen - hier wird einfach der Kühler kopfüber auf den Tisch gelegt, die Grafikkarte, welche zuvor von dem Original Retention-Modul um die GPU befreit wurde, drüber und die Schrauben eingedreht. Hierbei gilt es fingerfertig zu sein, da die kleinen Abstandhalter aus Kunststoff mit einem Klebering an dem Kühler angebracht werden müssen.
Danach gilt es, die Grafikkarte in die richtige Position im Gehäuse anzubringen. Hierbei sollte beachtet werden, dass eventuell herausstehende Kabel, wie der S-ATA Anschluss, den Lüfter behindern kann. Da die Grafikkarte auch drei Slots besetzt, sollte zuvor genau berechnet werden, ob noch genug Slots für zweite Grafikkarte, Soundkarte, TV-Karte oder ähnliches vorhanden ist.