VerarbeitungGeht man davon aus, dass man für ein Gehäuse der Mittelklasse 125€ bezahlt, erwartet man eine gewisse Verarbeitungsqualität. Diese können wir bei Ikonik auf jeden Fall bestätigen. Besonders überrascht hat uns hier die Front, da viele Hersteller an diesem Bauteil an der Kunststoffqualität sparen und es dadurch zu billig anmutenden Materialien kommt. Ikonik geht diesem Problem weitestgehend aus dem Weg, in dem man nur die optischen Laufwerksblenden und den Rahmen außen rum aus Kunststoff fertigt. Die restliche Front inklusive Gehäuseklappe ist komplett aus gebürstetem, eloxiertem Aluminium gefertigt - andere Hersteller könnten sich hier etwas abschneiden.
Im Hauptgehäuse führt weitestgehend normales Blech die Landschaft. Die Ecken sind entweder abgerundet oder einfach umgelegt, wodurch wir beim Durchgehen mit der Hand, keine wirklich scharfen Stellen ausmachen konnten. Qualitativ also weder äußerlich, noch innerlich etwas Schlechtes zu Bemerken. Einzig die Clipfunktion für die PCI-Slots hätte man etwas besser gestalten, da dieser beim Zu- und Aufmachen gerne etwas mehr Kraft benötigt.
Komponenten-EinbauGenerell, bevor wir genauer auf diesen Unterpunkt eingehen, muss jedes Gehäuse einzeln spezifiert werden und zwar insofern, dass einige mit Mainboardschlitten versehen sind und einige nicht, wobei der Preisfaktor einen sehr großen Faktor ausmacht. Bei einem Mittelklassegehäuse mit vielen anderen Funktionen kann ein Mainboardschlitten nicht mehr unbedingt erwartet werden bzw. würde den Preis weiter nach oben treiben. Angesichts dessen, dass es sich gerade um einen Midi-Tower handelt, sehen wir es nicht als Nachteil, dass das Zaria A20 SIM keinen Mainboardschlitten besitzt.
Natürlich ist jeder Hersteller darum bemüht, alle Klassen von Nutzern mit einem Gehäuse abzudecken. Ob es nun der blutige Anfänger ist, der zum ersten mal das Innere eines PCs sieht oder der Profi von nebenan, der 100 Computer im Jahr zusammenstellt. Dabei sollte man natürlich von dem Leichtesten ausgehen, da der Profi dadurch keine Nachteile und der Laie nur Vorteile daraus ziehen kann. Dementsprechend gelingt das Öffnen des Gehäuses mit einer Hand schon sehr leicht, da zwei Rändelschrauben das Ein- und Ausschrauben enorm erleichtern. Hat man diesen geöffnet, kann man je nach Belieben vorgehen. Wir bauen immer nach dem Prinzip, das Mainboard samt CPU-Kühler als erstes einzupflanzen. Als zweites werden die Grafikkarten eingesteckt, darauf folgend die Festplatten, optische Laufwerke und schließlich das Netzteil. Dabei ist die Funktion mit dem Festplattenkäfig so pfiffig wie genial. Letzteres kann gewendet werden, um die Festplatten mit der Kabelseite entweder zur linken oder rechten Seite zeigen zu lassen. Dadurch lassen sich die Kabel nach Belieben platzieren und verlegen.
Da es sich um ein Midi-Gehäuse und keinen Big-Tower handelt, fällt die Installation eines Highend-Rechners natürlich schwerer aus, als sonst. Größere Vorsicht lässt aber auch hier den Einbau relativ schnell von statten gehen. Die enorme Länge unserer zwei GTX260-Grafikkarten stellte eine kleine Herausforderung dar, weil beim Einbau einige Versuche nötig waren, um den PCIe-Slot und Befestigung zu treffen. Das Netzteil mit 850 Watt ist auch etwas größer bemessen, birgt aber auch keine weiteren Nachteile. Kabel können an den vielen herausstehenden Gehäuse ausschnitten mit Kabelbindern oder Ähnlichem festgebunden werden. Die HDDs werden mit den zwei Kunststoffelementen einfach an den Gewindelöchern versehen und in einen beliebigen Schacht gesteckt. Optische Laufwerke können einfach von vorne eingeschoben und mit dem runden Kunststoffbutton festgemacht werden. Allgemein kann also gesagt werden, dass der Komponenten-Einbau in das A20 SIM leicht ausfällt, wenn auch knapp bemessen ist.
FunktionalitätDas Gehäuse kommt in einem bereits vorinstalliertem Zustand zum Kunden, d.h. die internen Lüfter sind bereits perfekt verkabelt und mit dem SIM (System Intelligent Management) angeschlossen. Die LEDs an der Front brauchen extra 4-Pin Molex Anschlüsse, ebenso auch die SIM-Box. Ist dieser verbunden, können die Lüfter auch ohne die USB-Verbindung mit dem Mainboard automatisch gesteuert werden. Die Lüfter drehen dabei beim Systemstart ganz auf und drosseln sich langsam herunter, bis sie sich auf eine angenehme Lautstärke einpendeln. Wir haben während des Tests drei Mainboards im Einsatz gehabt, wobei ein Asus Crosshair durchgebrannt ist. Wir konnten nicht genau ausmachen, woran es lag, jedoch hat sich wohl ein Teil der Northbridge nach über zwei Jahren Einsatz verabschiedet, weshalb keine Laufwerke mehr gebootet werden konnten.
Mit dem Asus M3N78-Pro hatten wir Probleme mit dem Anschluss der USB-Verbindung. Bei bestehender Verbindung hat das System gestartet, hat nach 15 Sekunden heruntergefahren um nach ca. 5 Sekunden erneut zu starten und das im Loop-Modus. Mit dem Asus Crosshair haben wir inzwischen keine Probleme. Alle Lüfter und Temperatürfühler werden mit der richtigen Geschwindigkeit und Temperatur erkannt. Dabei sieht man selten ein so einfaches Programm wie das Ikonik SIM. Mit der Software lassen sich bestimmte Regeln für Lüfter einstellen. Dabei kann zwischen Fanless, 0dB Start, Silent und Performance geschalten werden. Fanless schaltet den Lüfter gänzlich ab, wobei die LED separat weiterleuchtet.
Der 0dB-Start ist in zwei Varianten gegliedert: Bei Variante "A" startet der Lüfter erst bei 35°C bis es bei ca. 55°C auf 12V dreht; Variante "B" startet hingegen erst bei 50°C und erreicht die 12V bei 70°C. Der Silent-Mode versorgt bis 40°C bzw. 60°C auf 7V und dreht bei 55°C bzw. 70°C auf 12V auf. Dabei geht der Verlauft bei allen Varianten natürlich langsam steigend an, d.h. der Lüfter dreht immer schneller, desto höher die gemessene Temperatur ist. Dabei kann der Sensor auch beliebig ausgewählt werden, vier Stück stehen bekannter weise zur Auswahl. Bei Performance speist die SIM den ausgewählten Lüfteranschluss mit vollen 12V, wodurch die mitgelieferten Lüfter einen guten Krach verursachen. Ca. 1000 U/Min macht der 140'er an der Front mit, ca. 2000 U/Min der 120mm LED-Lüfter am Heck und ca. 2500 U/Min die zwei 80mm LED-Lüfter am Seitenteil. Auch eine Alarmfunktion kann eingestellt und variiert werden um rechtzeitig bei voreingestellten Temperaturüberschreitungen gewarnt zu werden.
Die Frontklappe kann ohne Probleme mit wenig Kraftaufwand geöffnet werden. Wir empfehlen, auf der rechten Seite mindestens 5cm Platz für den Mechanismus zu lassen, da die Tür quasi heraus schwingt. Wir sind selbst nach mehreren Wochen Einsatz immer noch begeistert von dem sehr dicken Aluminium, welches für die gesamte Fronttür und die darunter liegende Verkleidung wie auch On/Off-Button eingesetzt wurde. Letzteres sollte man allerdings nur an das Mainboard anschließen, wenn man nicht direkt am Gehäuse sitzt. Zwar heißt das Zaria A20 "Kick Start" (bezüglich der Möglichkeit, den PC quasi mit einem Kick bzw. Fußdruck zu starten), allerdings kann dies auch hin und wieder nervig sein, wenn öfter am Gehäuse gearbeitet wird oder der Fuß unabsichtlich die Front berührt und somit unmittelbar einen PC-Start bzw. eine PC-Abschaltung bewirkt.
Der Staubschutz auf der Oberseite kann einfach entfernt werden - wir hatten Spaß mit dem kleinen Magneten :-). Der Umbau des Seitenteils fällt leicht aus. 12 Schrauben entfernen und schon kann nach Belieben gewechselt werden. Der Staubschutz an der Front und auf der Unterseite kann jederzeit sehr einfach entfernt und gesäubert werden. Während der Testphase ist da einiges an Staub zusammen gekommen, was gute Rückschlüsse bezüglich der Filterung ziehen lässt. Dies lässt sich jedoch nicht auf das Gitter beziehen, welches seitlich eingebaut werden kann. Bekannter weise ist ein PC der Staublieferant Nr.1 in jedem Zimmer, weshalb es negativ ausfällt, das Gitter einzusetzen. Hier wird viel Staub eingesogen und trotz der zwei Filter an den Lüftern, verteilen sich die Partikel gut im Raum. Eine Filtervorrichtung hier könnte entgegenwirken. Allgemein nichts desto trotz hat das Zaria viele Funktionen, welche nicht sinnlos angebracht sind, sondern im Alltag durchaus Sinn machen und auf Dauer eine echte Pflege- und Arbeitserleichterung sind.
