ATi, oder sollten wir eher AMD sagen? Darüber sind sich bis heute viele noch streitig. Eingefleischte Fans möchten lieber ATi sagen, Marktbetrachter sehen natürlich den eher größeren Hersteller hinter dem Namen, und zwar AMD. Nichtsdestotrotz scheint die Zusammenarbeit dieser zweier umsatzschwächerer Hersteller seine ersten Erfolge zu verbuchen. Derzeit zeigt die HD3870X2 seine enorme Leistung in Benchmarks erfolgreich gegen nVidia. Zum anderen stehen schon geplante Chipsätze wie der RV770 in den Startlöchern, welche mit weitaus mehr Shadern ausgestattet werden sollen um so der neuen GeForce 9800GTX Paroli zu bieten. Da jedoch nicht alles nur um das obere Ende der Leistungsspitze geht, sondern auch um das mittlere und untere Segment, testeten wir die HD 3850 von HIS. Diese ist aber keine Standardkarte wie jede andere, sondern bietet viele Feinheiten, die in der Kühlung, Ausstattung und vor allem in den Taktraten stecken. Ob die Karte dabei gegen die weitaus größeren und teureren Karten ankommt, zeigt euch unser Test.
AusstattungUnsere erste ATi-Karte im Test kommt gleich von einem renommierteren Hersteller. HIS zeigt in Sachen Ausstattung, wie es zu machen ist. Hier wurde von Treiber bis hin zum Allround-Schraubenwerkzeug an alles gedacht:
- HIS HD3850 IceQ3 TurboX
- Treiber-CD
- ATI CrossFireX Bridge Interconnect
- DVI zu HDMI Adapter
- DVI zu VGA Adapter
- S-Video zu Composite Adapter
- HIS Multi-purpose Schraubenzieher (Schraubenzieher, LED-Licht, Wasserwaage)
Alleine die Kühlung der Grafikkarte macht im Gegensatz zu der Standardkühlung einiges her. Die warme Luft wird direkt aus dem Gehäuse befördert und verspricht so einiges. Ein HDMI-Adapter ist zwar nicht so perfekt, wie ein direkter HDMI-Anschluss an der Grafikkarte, jedoch wird hier schon an die Kundschaft mit wartenden 32" oder größeren LCDs gedacht, die ihren PC gerne mal für den Filmeabend an den großen Heimbildschirm anschließen möchten. Natürlich wurde die konventionelle Kundschaft ebenfalls mit dem normalen S-Video Ausgang versorgt. Das besondere an der Ausstattung ist der äußerst nette Multifunktionsschraubenzieher. Dieser hat vier verschiedene Aufsatzmöglichkeiten als Schraubenzieher und überzeugt dabei noch mit einer kleinen aber feinen LED-Beleuchtung direkt an der Schraube. Das ist enorm hilfreich beim Zusammenbau eines Rechners bei Dunkelheit oder unter dem Schreibtisch. Um noch zu garantieren, ob alles gerade liegt, wurde dem Werkzeug noch zusätzlich eine Wasserwaage verpasst.
PerformanceMal wieder kommt es zu dem harten, aber doch wichtigsten Punkt einer Grafikkarte. Hier zeigt sich das wahre Gesicht hinter der netten Verpackung und dem formschönen Kühler. Da hilft kein noch so teures Ausstattungsstück und auch kein noch so gutes Aussehen der Karte. Hier zählt einzig die Leistung des getesteten Objekts. Um allerdings noch das Verständnis für die Funktionsweise einer Grafikkarte mit dem RV670-Chipsatz aufzufrischen, gibt es noch etwas Theorie nach den technischen Details:
HIS HD3850 IceQ3 TurboX
| Grafikkarte |
ATi HD3870 |
HD 3850 IceQ3 TurboX
|
ATi HD3850 |
nVidia 8800GTS 512
|
| Grafikchip |
RV670 |
RV670 |
RV670 |
G92-400 |
| Chipgröße |
55nm |
55nm |
55nm |
65nm |
| Transistoren |
666Mio. |
666Mio. |
666Mio. |
754Mio. |
Unified-Shader Einheiten / Stream-Prozessoren
|
320 |
320 |
320 |
128 |
| ROPs |
16 |
16 |
16 |
16 |
| Grafikchiptakt |
775MHz |
735MHz |
670MHz |
650MHz |
| Shadertakt |
775MHz |
735MHz |
670MHz |
1625MHz |
| Speichertakt |
2250MHz |
1960MHz |
1660MHz |
1940MHz |
| Speichergröße |
512MB |
512MB |
256/512MB |
512MB |
| Speicherart |
GDDR4 |
GDDR3 |
GDDR3 |
GDDR3 |
| Speicherinterface |
256-Bit |
256-Bit |
256-Bit |
256-Bit |
| Pixelshader |
4.1 |
4.1 |
4.1 |
4.0 |
| Vertexshader |
4.1 |
4.1 |
4.1 |
4.0 |
| Anschluss |
PCIe 2.0 |
PCIe 2.0 |
PCIe 2.0 |
PCIe 1.1 |
Wie man sehen kann, ist die IceQ3 TurboX mit einem sehr guten Standardtakt ausgestattet, welcher bereits um 16% höher ist, als bei der Standardversion. Die Unified-Shader Einheiten sind aber nicht mit den Stream-Prozessoren gleichzusetzen, da die Berechnungsart anders stattfindet. Die Neuerung gegenüber den GeForce-8 Karten ist die DirectX 10.1 Version, welche allerdings die neue GeForce-9 Reihe mitbringt. HIS stattet die HD3850 gleich mit 512MB aus, da sie ursprünglich mit 256MB ausgestattet wird, das aber im Gaming-Bereich eindeutig zu wenig ist. Dies kommt der Grafikkarte zugute, wie auf der nächsten Seite festgestellt werden kann.
Die ältere Arbeitsweise mit den altbekannten Pixelshadern ist Vergangenheit. Nachdem nVidia mit der 8800GTX den Startschuss für die Shader-Einheiten machte, hat ATi mit dem Stream-Prozessoren nachgezogen. Bei ATi lag die Zahl dieser Stream-Prozessoren jedoch weitaus höher, wodurch eine enorme Mehrleistung erwartet wurde. Schlussendlich bei Erscheinen wurde jedoch klar, dass die Karten mehr Stream-Einheiten besitzen, um so eine größere Belastung des Chips zu ermöglichen. Denn wie in der Grafik unten sichtbar, gibt es insgesamt vier SIMD Array's, welche zusammen 320 Stream-Prozessoren ergeben.

SIMD's existieren, um die Berechnung nicht mehr wie bei den Pixel-Pipelines nacheinander, sondern exakt und möglichst gleichmäßig untereinander verteilt stattfinden zu lassen. Dabei spielt der Ultra-Threaded Dispatch Prozessor eine wichtige Rolle, da er mit seinen Arbitern und Sequencern für die Aufgabenverteilung verantwortlich ist - jeweils zwei von ihnen sind für 80 Stream-Prozessoren verantwortlich. Der Arbiter ist dabei zuerst mit der Zuordnung der Threads an den jeweiligen SIMD beschäftigt und gibt dies an den Sequencer weiter, damit dieser den Thread weitergeben kann. Der Grund für eine doppelte Bestückung von Arbiter und Sequencer ist einfach: wenn ein Arbiter und Sequencer gerade mit einem Thread beschäftigt ist, wird der zweite Arbiter angesprochen, um so keine Leerläufe auftreten zu lassen.

Wie auf dem Bild sichtbar gibt es zudem noch für die Texture- und Vertex-Berechnung jeweils einen Arbiter und Sequencer. Diese sind auch nötig, um zugewiesene Dateien bereits vor der Berechnung aus dem Cache zu laden und so für eine schnelle Berechnung der Texture- und Vertexbereiche zuzulassen. Bekommt der SIMD einen Dateneinfluss, wird sofort ein Stream-Prozessor dafür belegt, um die weitere Berechnung durch die jeweils fünf ALUs abzuschließen. Die Berechnung der Stream-Prozessoren ist somit vollendet, denn: 5 ALUs sind in 1 Stream-Prozessor; 16 Stream-Prozessoren sind in 1 SIMD; 4 SIMD's ergeben mit 320 Stream-Prozessoren den Stream Processing Unit.
Bevor alle Daten zum Bildschirm geleitet werden, müssen die Render Back-Ends alle Texturen den Berechnungen zuordnen, um so das Endbild zu erzeugen. 32 TAUs sorgen hier für die notwendige Geschwindigkeit. Die Veränderungen gegenüber der alten R600 (HD2900) halten sich im Rahmen: DirectX 10.1, Unified Video Decoder (UVD), intelligente Stromsparfunktion und PCIe 2.0.
Ich habe das Gefühl ihr werden unterschätzt, denn was man bei Euch geboten kommt ist schon sehr gut und durchdacht. Ich finde nur im Forum könnte mehr passieren.